Die Popkomm Tradeshow: Eine der größen Musikmessen des letzten Jahrzehnts

Die Popkomm ShowDie Popkomm Tradeshow war eine internationale Musikmesse, welche zwischen 1989 und 2011 stattfand und viele Besucher anzog, sowie zahlreiche interessante Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen der Musikbranche bot.

Die Anfänge

Während die erste Veranstaltung noch in Düsseldorf stattfand und Treffpunkt für unabhängige Underground Künstler war, zog die Popkomm schon 1990 nach Köln, wo sie für 14 Jahre ein Zuhause fand. Die gewollte Ausrichtung zu einem zentralen Kommunikationsort für die Musikbranche war allerdings damals schon zu erkennen. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich die ursprünglich kleine Independent-Messe zum internationalen Sammelbecken für Musikbegeisterte. Im Jahr 2004 folgte der Umzug nach Berlin.

Aufstieg zur internationalen Großveranstaltung

Mit der Standortveränderung im Jahre 2004 wuchs die Popkomm weiter, sodass sie zwischenzeitlich zu den größten Business-To-Business Events weltweit gehörte. Zahlreiche Herausgeber, Verlage, Unternehmen sowie Major- und Independent Labels präsentierten sich jedes Jahr auf der Messe. Auf über 16.000 m² fanden sich teilweise über 800 Aussteller aus über 50 verschiedenen Ländern ein. Bis zu 15.000 Fachbesucher waren jährlich anzutreffen Im Jahr 2006 erreichte die Popkomm ihren Höhepunkt und brach sämtliche Rekorde. Auch das zugehörige Popkomm-Festival war nie so gefragt wie in diesem Jahr. Mehr als 2000 Musiker aus 26 Ländern traten in 30 verschiedenen Berliner Clubs vor mehr als 70.0000 Menschen auf.

Schwierigkeiten und Integration in ein neues, zukunftsfähiges Konzept

Nach dieser Zeit bekam die Popkomm mehr und mehr die Probleme zu spüren, mit welchen die Musikbranche zu kämpfen hatte. Aufgrund einer geringen Anmeldezahl wurde die Fachmesse im Jahr 2009 abgesagt. Um neue Besucher anzulocken führten die Veranstalter 2010 erstmals einen Business to Customer Bereich ein. Doch auch diese Maßnahme trug nicht entscheidend zu einer Verbesserung bei. Somit fand die Popkomm im Jahr 2011 ihren Abschluss. Die Veranstaltung war in ihren letzten beiden Jahren Teil der Berlin Music Week. Diese wurde in ein komplett neues Konzept integriert: Das deutlich kleinere „Pop = Kultur“ welche seit 2015 im Berliner Technoclub Berghain stattfindet.

Gründe für den Niedergang

Nach den glorreichen Jahren Mitte der 2000er kämpfte die Veranstaltung mehr und mehr mit sinkenden Besucherzahlen. Diese waren unter Anderem auf die großen Verluste der Musikbranche zurückzuführen. Die steigende Verfügbarkeit von kostenloser Musik im Internet, schwindende Absatzzahlen von Musikprodukten und zahlreiche Raubkopien setzten den Firmen stark zu. Diese veränderten ihre Ausrichtung und sahen in der Popkomm keinen Mehrwert. Darüber hinaus war auch Kritik zu vernehmen, dass das Konzept der Messe nicht mehr zeitgemäß wäre.

Die drei Säulen

Die Popkomm Tradeshow bestand aus drei Bereichen, welche unterschiedliche Zwecke erfüllten: Während die Fachmesse als Präsentationsplattform für sämtliche Unternehmen der Musikindustrie diente und viele interessante Geschäftsmöglichkeiten bot, wurden auf dem Kongress andere Ziele verfolgt: Hier wurden aktuelle Themen und Problematiken der Branche diskutiert. Den Besuchern wurden viele Fachvorträge von namhaften Rednern geboten. Das Festival feierte die Musik selbst und bot tausenden von Besuchern Konzerte von international bekannten Künstlern wie Billy Talent, The Long Blondes, Sugarplum Fary, The Aggrolites oder Lunik.

Bedeutung für die Branche

Die Popkomm zählte zu den bedeutendsten Musikevents weltweit. Dies ist nicht nur auf die hohen Aussteller- und Besucherzahlen zurückzuführen. Denn auch qualitativ war auf der Fachmesse Alles vertreten, was in der Industrie Rang und Namen hatte. Somit waren erfolgreiche Abschlüssen von lukrativen Deals keine Seltenheit. 72% der Aussteller gaben Jahr 2006 an, gute Geschäfte gemacht zu haben. Darüber hinaus bot die Popkomm als Fachmesse mit Ihren drei Bereichen eine Austauschplattform für sämtliche Interessen der Musikindustrie.