Popkomm News

Live auf der BühneDie Popkomm ist eine internationale Messe, die sich um Popmusik, Populärkultur, Entertainment und Unterhaltung dreht. Die Veranstaltung galt nicht nur lange Zeit als Treffpunkt junger Künstler und Talenten, sondern bot auch Raum für Kommunikation und Entwicklung in der Musikbranche, für Unternehmer aus diesem Business. Nicht zuletzt fungierte die Messe auch als Schnittstelle zwischen Künstlern und Publikum. Durch das steigende Angebot an Konzerten und Liveveranstaltungen mit Festivalcharakter mauserte sich die Poppkomm seit ihren Anfängen in den 1980er Jahren zu einer der bedeutendsten Musikveranstaltungen deutschlandweit.

Die Anfänge in den Achtzigern

Die Musikmesse, aus der sich später die Popkomm entwickeln sollte, fand erstmals Mitte der Achzigerjahre im Wuppertaler Kulturzentrum ‚Börse‘ statt. Noch ohne Namen war die Veranstaltung hauptsächlich Insidertreffpunkt für Musiker, junge Bands und ein paar Fachleute der Szene. Die Messe lief im eher kleinen Rahmen ab, jedoch wurde aus dem damals schon spürbaren Potential schnell mehr.

Die Popkomm wird geboren

Bereits im Jahr 1989 bekam die Veranstaltung ihren Namen Popkomm durch einen Hamburger Journalisten. Der Name impliziert Popularität im Sinne der Popkultur und Popmusik, Offenheit für Kommunikation und lädt gleichzeitig als Treffpunkt, zum Kommen ein.

1989 wurde die Veranstaltung erstmals unter diesem Namen nach Düsseldorf ins ‚Zakk‘ verlegt. Initiator dafür war hauptsächlich die Kulturpolitische Gesellschaft Bonn. Der wohl wichtigste Mitgründer der Popkomm ist der studierte Musiker und Medienmanager Dieter Gorny.

Umzug nach Köln

1990 bemühte man sich, die Popkomm in die bedeutende Messestadt Köln zu bringen. Diese Idee stieß wohl anfangs auf Skepsis von Seiten der Kölner Messespezialisten. Eine Zusage erfolgte dennoch, allerdings in der Festhalle Gürzenich in der Altstadt von Köln. Die Veranstaltung fand bei der Geschäftsleitung der Kölner Messe aber schließlich doch noch Wohlgefallen, denn sie durfte wenig später in die populären Messehallen nach Deutz umziehen.

Köln 1990 bis 2003

Köln vom RheinIn Köln wurde die Popkomm zur weltgrößten Musikmesse. Bis zum Ende des letzten Jahrtausends steigerte sich die Zahl der Aussteller auf nahezu 1000, die der Fachbesucher auf mehr als 15.000. Die Kombination aus Geschäftsmesse, Fachkongress und Livemusik bot eine Bühne für alle Nuancen des Musikbusiness und der Populärkultur.

Das musikalische Angebot in hunderten Kölner Klubs und Hallen beschränkte sich keinesfalls auf Popmusik, sondern reichte von Klassik über Techno bis zur Rockmusik. Zudem gehõrte das Open Air Festival ‚Musikfest am Ring‘ zu den Highlights der Popkomm. Auf rund 20 Bühnen in der Stadt wurden 3 Tage lang kostenlos Livekonzerte von angesagten Bands gespielt. Kõln verwandelte sich in ein riesiges Festivalgelände.

Der beliebte Musiksender Viva wurde während der Popkomm gegründet.

Die wilden Neunziger

Während der Neunzigerjahre stieg die Popkomm vom Szenetreff zur international bedeutenden Musikmesse auf. Dies ist nicht zuletzt der Ablöse der Platte und Vinyl durch die CD geschuldet. Der Musikbranche und Unterhaltunsindustrie ging es finanziell besser als je zuvor.

Als Fachmesse wurde die Popkomm in Köln zum Pflichttermin für alle, die im Musikgeschäft eine Rolle spielten oder spielen wollten. Von Plattenfirmen über Musikproduzenten bis zu den erfolgreichen Bands und Solokünstlern war alles vertreten. Und nicht nur in Fachkreisen reizte die gute Stimmung, die Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen oder neue Konzepte auf den Weg zu bringen. Die Popkomm entwickelte sich außerdem zum Mekka für Musikbegeisterte und Fans.

Weltstars wie Robbie Williams, U2, Nirvana oder die Backstreet Boys spielten Konzerte in Rahmen der Popkomm, die ganze Stadt befand sich zu dieser Zeit im Ausnahmezustand.

Eine Ära geht zu Ende

Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung digitalen Medien und den rasanten Veränderungen in der Welt des Entertainment wurde die Popkomm schließlich an die Messe Berlin GmbH verkauft und ist seitdem in die Hauptstadt verlegt. Dort entwickelte sie sich von einer hauptsächlich fachbesucherorientierten Veranstaltung im Messebereich zu einer gezielt offeneren Messe vor allem für die Endverbraucher, die ‚Konsumenten‘ der Musik. Doch auch dies konnte längerfristig sinkende Besucherzahlen nicht verhindern.

Das Potential des Messekonzeptes in seiner damaligen Form war weitgehend ausgeschöpft. Das Internet als Kommunikationsmittel war längst verbreitet, Musik konnte man downloaden, die Voraussetzungen hatten sich massiv verändert. Infolgedessen zogen sich mehr und mehr Plattenlabels und Unternehmen von der Popkomm zurück. 2009 war der Erfolg der Popkomm aufgrund der Voranmeldungen als so gering einzuschätzen, dass die Veranstalter eine Absage der Messe bevorzugten.

Die Popkomm als Teil der Berlin Music Week

In den darauffolgenden Jahren 2010 und 2011 integrierte man die Popkomm in die neue Berlin Music Week. Auch hier wurden Geschäft, Kongress und Liveveranstaltungen vereint. Die Popkomm hatte ihren Platz auf dem Gelände des Flughafen Berlin-Tempelhof zusammen mit dem Berlin Festival und zog für sich etwa 7500 Besucher an.
2012 wurde jedoch auch dieses Event wieder eingestellt.

Pop-Kultur in Berlin

Seit 2015 ist die Popkomm neben der Music Week eine Komponente der Neuauflage ‚Pop-Kultur‘ in Berlin. 2015 noch in Berghain, findet sie 2016 in Neukölln statt. Sie soll vor allem jungen Künstlern die Chance bieten, ihr Können zu zeigen und natürlich steht auch der Dialog mit den Künstlern, mit Vertretern der Branche und zwischen Unternehmern im Vordergrund. Die Pop-Kultur will auf Kreativität und auf Neuerungen setzen, die Möglichkeit bieten, die Musik selbst in den Vordergrund zu rücken.

Anders als die ursprüngliche Popkomm sei Pop-Kultur nicht dazu da, das Musikbusiness voranzutreiben, sondern sie solle Kunst zeigen, auch mal heikle Themen der Branche aufgreifen und vor allem offen sein für alle Aspekte der Musik.